Über uns

Geschichte des Traisfurther Hofs

Das Siedlungsgehöft Traisfurtherhof wurde, obwohl mit Sicherheit schon wesentlich älter, erstmals 1053 erwähnt. Es gehörte wie auch Villmar zum Kloster St. Matthias, Trier und ging im Mittelalter in Besitz der Isenburger Vögte gewaltsam über. 1565 wechselte der Hof wieder in den Besitz des Kurfürsten von Trier und wurde erstmals verpachtet. 1803 kommt der Hof als geistliches Gebiet im Zuge der Säkularisierung zum Herzogtum Nassau, während des Domänenstreits (Die regierenden Herzöge beanspruchten die Kameralhöfe oder Domänen als Privateigentum, dem das Land Nassau sich widersetzte) gelangte der Traisfurtherhof 1867 zu Preußen, welches in einer Verordnung den Streit beendete und alle Domänen zu Staatseigentum erklärte.

 

Bis 1955 als Staatsdomäne mit 85 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche an ständig wechselnde Pächter verpachtet, wurde er auf dem Wege des Lastenausgleichs unter Heimatvertriebenen aufgesiedelt und die landwirtschaftliche Nutzfläche unter 4 Höfen (2 Hofstellen und 2 neugeschaffenen Siedlungen) aufgeteilt. 1970 wurde eine der Hofstellen aufgelöst und ein Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche und die Stallungen dem jetzigem Hof zugeschlagen.

 

1990 gab der Vorbesitzer seinen Gemischtbetrieb auf und verkaufte den Resthof mit 3,5 ha Grünland und 12 ha Ackerland (als Pachtland) an den jetzigen Eigentümer.

Natürliche Verhältnisse

Der Traisfurther Hof ist ein teilarrondierter, von Waldflächen umgrenzter Betrieb, ca. 13 km östlich von Limburg an den nordwestlichen Ausläufern des Taunus am Rande des Limburger Beckens gelegen

 

  • Höhenlage:                                    160 bis 280 m ü. NN
  • Klima:                                            schwach subkontinental
  • Niederschlag:                                620 mm im langjährigen Mittel
  • Jahresdurchschnittstemperatur:   ca. 8,6 °C
  • Bodenart:                                       staubsandiger Lehm bis grusigsteiniger Lehm
  • Ackerzahl:                                      24 (Elkerhausen) – 76 (Villmar, Fürfurt)

Betriebsfläche

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Durch sukzessiven Zuerwerb von Flächen sowie Zukauf und Zupacht von ca. 40 ha Ackerland 1999 im benachbarten Villmar – Aumenau und Weinbach – Elkerhausen  beträgt die heutige landwirtschaftliche Nutzfläche: 86,5 ha

 

  1. Grünland insg. 18,5 ha (z. TI. im hessischen Landschaftspflege-
    programm HALM), davon 11 ha Weidefläche
  2. Ackerland insg. 68 ha, davon
  • 11,5 ha Ackerland (Luzerne & Rotkleegras)
  • 5 ha Zuckerrüben
  • 10 ha Sommergerste
  • 18 ha Winterhafer
  • 4 ha Wintergerste
  • 2,5 ha Winterroggen
  • 2 ha Hafer
  • 6,5 ha Silomais
  • 8,5 ha Erbsen

Tierhaltung

Viehbestand:

  • 35 Mutterkühe + Nachzucht
  • 2 Zuchtbullen, einer genetisch hornlos

 

Aufstallung:

Sämtliche Tiere werden auf Stroh gehalten:

 

  1. Tierlaufstall (erbaut 2014): 50 Plätze
  2. Tretmiststall:                       30 Plätze
  3. Anbindestall:                        8 Plätze (nur noch zur Dressur-/Schauvorbereitunng
     

Fütterung:

Sommerhalbjahr:
Weidegang, Kälber hofeigene Getreidemischung, Mineralstoffe, Heu bei Bedarf

 

Winterhalbjahr:

Grassilage, Heu, Maissilage, Mineralstoffe, Kälber und Masttiere erhalten zusätzlich hofeigene Getreide/Erbsenmischung

 

Bis auf Mineralstoffe erfolgt kein Zukauf von Futtermitteln!

Maschinenbesatz

Schlepper 104 PS (ca. 1,2 PS/ha LN)

Miststreuer, Kipper, Düngerstreuer, pneumat. Feinsämereigerät, Kreiselheuer, Schwader, Rundballenpresse, Weidemulcher, Viehtriebwagen, Hofschlepper, 4 – Scharvolldrehpflug, Kreiselegge–Sämaschinenkombination,

Pflanzenschutzspritze, Hackstriegel, Viehtransporter, Grassilagebergung komplett, Grasmahd, Mähdrusch und Silomaisernte werden vom Lohnunternehmer durchgeführt

Die Philosophie unseres Betriebes

Unsere Herde basiert im wesentlichen auf drei Kühen, welche wir 1989 im Bearn im Südwesten Frankreichs erworben hatten. Alle drei bestachen durch ihren Milchreichtum, eine Marstochter vom Garonaissetyp, eine mittelrahmige, gut bemuskelte Ubariktochter vom Pyrenäentyp sowie eine sehr lange, gutmütige Baricaut/Etain Kuh. Alle hatten sehr gute Muttereigenschaften wie Fruchtbarkeit und Kalbeverhalten.

Nur eine über Generationen gesicherte, hochwertige Genetik lässt, entsprechende Aufzuchtbedingungen vorausgesetzt, dauerhaft Spitzentiere heranreifen. Zufallsprodukte,d. h. Tiere ohne gesicherte Genetik, seien sie auch noch so gut, werden nicht zur Reproduktion eingesetzt.

Oberstes Ziel in der Mutterkuhhaltung ist die Kalbung ohne Hilfe:

Eine Kuh, die aufgrund ihrer anatomischen Verhältnisse, z. B. zu geringer innerer Beckendurchmesser, zu Schwerkalbungen neigt, sollte nicht zur Nachzucht verwendet werden. Ein Bulle, welcher zu schwere Kalbungen verursacht, dessen Nachkommen schon bei der Geburt Muskelansätze zeigen, ist von der Zucht auszuschließen.

Unsere Färsen werden mit einem extrem leichtkalbenden geprüften (mida-test) Bullen bzw. mit Ussard, einem abgesamten Natursprungbullen, der nicht nur im eigenen Betrieb leichte Kalbungen ermöglichte, besamt . Evtl. Abstriche in der Rahmenentwicklung oder im Wachstumsvermögen der Färsennachkommen werden dabei bewusst in Kauf genommen.

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